Besucherbergwerk Schmittenstollen

Das historische Quecksilberbergwerk auf dem Lemberg im Nahetal ist eines der beeindruckendsten Industriedenkmäler Europas. Begeben Sie sich nach der virtuellen Rheinland-Pfalz-Messe auf eine Reise „unter Tage“.

Die Überreste eines Merkurtempels auf dem Lemberg sollen ein Hinweis darauf sein, dass hier bereits die Römer nach Zinnober schürften. Aus Zinnober wird Quecksilber gewonnen, eines der sieben Planetenmetalle – ihm wird der Planet Merkur zugeordnet. Merkur (Mercurius) war der römische Gott des Handels. Urkundlich erwähnt wurde der Schmittenstollen erstmals 1428, als Pfalzgraf und Herzog Stefan von Pfalz-Simmern-Zweibrücken Frankfurter Bürger mit dem Bergwerk belieh. Danach wurde Zinnober vom 15. bis zum 20. Jh. abgebaut, allerdings nicht durchgehend. Die Abbauperioden erstreckten sich vom 15. bis 17. Jh., vom 18. bis Anfang des 19. Jh., und im 20. Jh. wurde das Mineral von 1931 bis 1939 abgebaut – hauptsächlich, um Quecksilber für Bombenzünder zu fördern. Wie die Arbeitsbedingungen der Bergleute aussahen, erfahren Sie von April bis Oktober bei einer spannenden Zeitreise, die Sie in den Lemberg und sein 15 km langes Stollensystem hinein führt. Keine Angst vor einer langen Tour – nur knapp ein Kilometer ist für eine Besichtigung freigegeben! Nehmen Sie auch im Sommer einen Pulli mit, denn im Stollen herrschen nur 8°C. Der perfekte Ort für eine Abkühlung, hier in Rheinland-Pfalz.

Tour durch den Schmittenstollen

Das mittelalterliche Zinnoberbergwerk ist das einzige Quecksilber-Bergwerk Westeuropas, das zum Besucherbergwerk ausgebaut wurde. Bei einer geführten Tour durch die Grube erahnen Sie, unter welchen Bedingungen Bergleute über Jahrhunderte hinweg dem Lemberg das Zinnobererz abgerungen haben. Sie können die nur mit Schlägel und Eisen aufgefahrenen Strecken aus dem 15. Jh. ebenso erkennen wie die mit Maschinen und Sprengstoff bearbeiteten Stollen aus dem letzten Jahrhundert. An den Wänden sehen Sie an manchen Stellen noch Spuren von Zinnober.

So gut ausgebaut wie heute waren die Stollen im späten Mittelalter allerdings nicht. In damals höchstens 1,40 m Höhe mussten die Bergleute kniend arbeiten. Es muss eine Knochenarbeit gewesen sein, sich an sechs Tagen der Woche auf den Knien mit Hammer und Schlägel in dieses Gestein hineinzuschlägeln. Um einen der gut bezahlten Jobs im Bergwerk zu ergattern, mussten die Bewerber bestimmte körperliche Voraussetzungen mitbringen – sie durften vor allen Dingen nicht zu groß sein. Je geringer die Körpergröße, desto geeigneter waren sie für den Job. In einer Nische im Stollen steht eine kleine Statue – es ist die Heilige Barbara, die Schutzpatronin der Bergleute.  

Video: Besucherbergwerk Schmittenstollen

Erlebnisse rings um den Schmittenstollen

Wandern Sie zum 420 m hohen Lemberg hinauf! Der „Lemberggeisterweg“ führt Sie in einer Dreiviertelstunde vom Stausee Niederhausen zum Bergwerk. Unterwegs begegnen Ihnen nicht nur geschnitzte Baumgesichter, Sie werden zudem mit atemberaubenden Ausblicken ins Nahetal belohnt! Oben erwartet Sie ein Wein- und Biergarten mit kleinen regionalen Spezialitäten – genießen Sie ein Glas des hervorragenden Naheweins! Für Kinder gibt es einen Grubenerlebnisspielplatz mit Baumquiz, Insektenhotel, Kräutergarten, grünem Klassenzimmer und der „Emma-Lok“. Ein kleines Museum zeigt Mineralien und Exponate aus dem Bergbau, und mit etwas Glück finden Sie auf dem Bergwerksgelände sogar kleine Edelsteine. Am Schmittenstollen finden immer wieder besondere Events statt wie z.B. Krimi-Lesungen, Weinproben unter Tage, Konzerte auf der Waldbühne u.a. Erkundigen Sie sich auf der Website der Verbandsgemeinde Rüdesheim/Nahe (www.vg-ruedesheim.de) nach aktuellen Events.

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