Dachschiefergrube „Assberg“

Erleben Sie bei Limbach 20 Meter unter Tage die älteste Schiefergrube des Westerwaldes. Vielleicht verleitet Sie die virtuelle Rheinland-Pfalz-Messe zu einem Ausflug dorthin?

Mitten im Limbacher Wald befindet sich in 20 Metern Tiefe der Stollen eines ehemaligen Schieferbergwerks. Als Eingang dient eine Art Holzhütte mit der Aufschrift „Historisches Schieferbergwerk Assberg Limberg“. Der Zugang ist offen, eine Tür gibt es nicht. Bei Eintritt wird es hell – die Beleuchtung wird durch automatische Bewegungsmelder gesteuert. Die Wände zieren Schautafeln, die über die Geschichte des Schieferabbaus im Westerwald und das Schieferbergwerk informieren.

20 Meter unter Tage

Drinnen befindet sich am Ende der Holzhütte der Zugang zum Stollen: eine schmale Stahltreppe, die 20 Meter steil hinunter in die Grube führt, geradewegs in eine Bergwerkskammer. Dort unten in dem feuchten Raum wird einem klar, welchen Knochenjob die Grubenarbeiter hier einst verrichteten. Das schwere Schiefergestein aus dem Felsen zu hauen und nach oben zu transportieren war ganz sicher Schwerstarbeit. An der Felswand ist eine Infotafel angebracht, die darüber informiert, dass die Grube von Hand ausgehauen wurde und hier auch im Winter mit 3 bis 5 Mann gearbeitet wurde. Ganz schön kalt muss das gewesen sein! Man erfährt, dass das Bergwerk in der Zeit zwischen 1600 und 1650 entstanden sein soll und zur damaligen Zeit dem Kloster Marienstatt gehörte. Es wird vermutet, dass die Grube, in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) als sakraler Raum und Versteck gedient haben könnte. So die Tafel. Da die Grube bereits 1548 in einem Verleihungsdokument des Klosters Marienstatt erwähnt wird, muss sie älter sein als auf der Tafel im Bergwerk erwähnt. Vielleicht ist sie in ihrer heutigen Form später entstanden?

Das kleine Schieferbergwerk befindet sich in unmittelbarer Nähe des Westerwaldsteigs. Ein Schild mit der Aufschrift „Schiefergrube“ weist den Weg.

Video: Schieferbergbau in der Eifel. Teil 1: Abbau unter Tage

Geschichte der Dachschiefergrube „Assberg“

Mit dem blaugrauen Schiefer aus der Grube wurden über Jahrhunderte hinweg die Dächer von Schloss Hachenburg und Kloster Marienstatt samt seinen zahlreichen Wirtschaftsgebäuden gedeckt. Als französische Truppen 1794 das Rheinland besetzten und das Kloster im Rahmen der Säkularisation aufgehoben wurde, verließen die Mönche das Tal. Das bedeutete auch das Ende des Schieferabbaus in der Dachschiefergrube. Im Jahr 1825 fand der Geologe H. Quiring den zugemauerten Stolleneingang, an dessen Ende ein Treppenschacht in den Untertagebau führt. 60 Jahre später entdeckte ein anderer Geologe den verschlossenen Stolleneingang wieder, beließ es aber bei der Entdeckung und forschte nicht weiter. Schließlich geriet das Bergwerk völlig in Vergessenheit. Erst 1978 erinnerte man sich in Limbach wieder an die Grube, aber erst 1981 wurde in Zusammenarbeit mit dem Geologischen Institut in Mainz und dem Bergamt Koblenz nach einem Stolleneingang gesucht. Dieser wurde 1997 gefunden, freigelegt, und das Bergwerk wurde im Jahr darauf für Besucher zugänglich gemacht. Sie können es rund ums Jahr zu jeder Tageszeit auf eigene Faust und eigenes Risiko erkunden. Tragen Sie beim Besuch des Stollens am besten Wanderschuhe, denn auf der mitunter klitschigen Treppe können Sie mit den falschen Schuhen leicht ausrutschen.

Nehmen Sie an einer Bergwerksführung teil. Dabei erfahren Sie Spannendes – von der Entstehung der Grube über die harte Arbeit der Bergleute bis hin zu unerforschten Geheimnissen des jahrhundertealten Bergwerks. Informationen zu Führungen erhalten Sie beim Kultur- und Verkehrsverein Limbach.

Nähere Informationen auf https://www.outdooractive.com/de/poi/westerwald/dachschiefergrube-assberg/2773800/

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