Volkskunde- und Freilichtmuseum Roscheider Hof

Das Museum auf einer Anhöhe über dem Moseltal im Konzer Stadtteil Roscheid gibt Einblicke ins Alltagsleben vergangener Zeiten. Machen Sie nach der virtuellen Rheinland-Pfalz-Messe einen Abstecher dorthin!

Herzstück des Freilichtmuseums ist der Gutshof „Roscheider Hof“ aus dem 14. Jh. Der schmucke Vierseithof mit mehreren Gebäuden befand sich im Besitz des Benediktinerklosters St. Matthias in Trier, bis französische Revolutionstruppen 1794 das Trierer Land besetzten. Die Franzosen versteigerten das Gut 1805 zugunsten ihrer Staatskasse. Meistbietender war der französische Soldat Nicolaus Valdenaire, der das Gut inklusive Ackerland, Wildland und Weinbergen für 8500 Franc ersteigerte, ausbaute und erweiterte. Als er 1849 starb, zeigte sein Sohn Viktor wenig Interesse am Gut, fand aber erst 1864 einen Käufer. Bis 1871 beherbergte der Roscheider Hof eine private Landwirtschaftsschule, danach verzeichnete das Gut wechselnde Besitzer. Die Stadt Konz erwarb den Roscheider Hof im Juni 1969 für 2,5 Millionen D-Mark, um auf 150 Hektar den neuen Stadtteil Konz-Roscheid zu bauen. Das Hofgebäude war mit einer Fläche von 20 Hektar für ein Freilichtmuseum vorgesehen. Heute beherbergen die Räume des Vierseithofs den größten Teil der volkskundlichen Ausstellungen zu den Themen Backen, Volksglaube, Waschen, Weinbau, Wohnen u.a. Das Volkskunde- und Freilichtmuseum Roscheider Hof wurde 1976 eröffnet. Es liegt ca. 10 km südwestlich von Trier. 

Video: Roscheider Hof - Rundgang durch das Freilichtmuseum

Gärten und Felder des Roscheider Hofs

Ein besonderer Hingucker ist der im Biedermaierstil angelegte Rosengarten mit 8000 Rosenstöcken. Machen Sie im Juni einen Spaziergang auf den mit Buchsbaum begrenzten Wegen und genießen Sie den betörenden Duft! Im Frühjahr, vor der Rosenblütenzeit, blühen hier Osterglocken und Tulpen. Verpassen Sie den Kräutergarten nicht. In zehn Beeten sind über 100 Pflanzenarten nach ihrer medizinischen und „magischen“ Wirksamkeit angeordnet und beschildert – von verdauungswirksamen Pflanzen über Heilpflanzen für Erkältungen bis hin zu Zauberpflanzen. Schlendern Sie über den „Grünen Pfad“ entlang an den Feldern und Obstgärten des Museums. Hier werden Feldfrüchte angebaut, welche die Kulturlandschaft der Mosel- und Saar-Region jahrhundertelang prägten. Hinter dem Grünen Pfad liegt eine Streuobstwiese.

Gebäude im Freilichtsmuseum

Ein Highlight im Rosengarten ist der wunderschöne Meret-Pavillon. Das quadratische Gartenhäuschen wurde 1830 im Garten des Trierer Fabrikanten Johann Wilhelm Maret errichtet. Als der Pavillon 1978 einem Neubau zum Opfer fallen sollte und das Freilichtmuseum dank eines aufmerksamen Zeitgenossen davon erfuhr, baute es den Pavillon ab und im Rosengarten wieder auf. 

Ein Schmuckstück ist der rechteckige Clambour-Pavillon, der in der Nähe des Eingangsgebäudes des Museums steht. Der an seiner Längsseite fast komplett verglaste Fachwerkpavillon aus dem späten 19. Jh. stand bis 1998 in der Konzer Innenstadt. Er wurde abgebaut, zum Freilichtmuseum verfrachtet und dort im Jahr 2000 wieder aufgebaut.

Schauen Sie sich auch die kleine Fachwerkkapelle aus der Zeit um 1730 an, die einst in Bürder bei Neuwied stand und einer neuen Kirche weichen musste. Im Umfeld der Kapelle befindet sich ein kleiner nachgebildeter Friedhof mit Grabmalen aus drei Jahrhunderten. 

Nehmen Sie an einer informativen Erlebnisführung mit einer Führerin in historischer Kleidung teil – der Rundgang durch das Freilichtmuseum endet mit einem regionalen Umtrunk!

Nähere Informationen auf https://roscheiderhof.de/index.php/de/

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